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das Bedürfnis nach Alleinsein in der Partnerschaft

das Bedürfnis alleine zu sein Foto: Marnie Aboutpixel

Jede Partnerschaft besteht aus zwei Polen: Nähe und Distanz

Der Wunsch nach Nähe ist Voraussetzung für das sich Einlassen auf eine Partnerschaft. Das Bedürfnis nach Distanz im Sinne von zu sich selbst finden, sich selbst differenzieren ist jedoch oft gar nicht gesellschaftsfächig und entzieht sich dem Bewußtsein. Deshalb will ich hier näher darauf eingehen.

Partner schwanken oft zwischen dem Bedürfnis nach Alleine sein und dem Wunsch nach Geselligkeit.  Wie der Psychologe Dr. Moustakas schreibt  finde auch ich, dass bestimmte Selbsterkenntnisse nur durch Nachdenken , Selbstkonfrontation und innere Versenkung möglich sind  und dass es manchmal nötig ist, alleine zu sein. Nur wenn Menschen alleine sind, können sie Kräfte sammeln, über sich selbst nachdenken und sich für das Zusammenleben mit anderen Menschen stärken ;-) Dennoch ist gleichzeitig der wichtigste Weg zur Entwicklung der Persönlichkeit unsere Beziehungen zu anderen Menschen.

Ab und zu Alleinsein ist wichtig

Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist eine kurze Zeitspanne des Alleinseins für viele Menschen besonders kostbar. Häufig versteht dies der Partner jedoch nicht und rückt einem dann auf die Pelle, bombardiert einen mit den Neuigkeiten des Tages, mit Dingen des Haushaltes, der Urlaubsplanung oder gar mit Vorwürfen…
So kommt es oft statt der gewünschten Erholung zu einer Auseinandersetzung, da das eigentliche Bedürfnis nach alleine sein nicht klar wahrgenommen und somit auch nicht klar formuliert werden kann.

Hätten beide Partner Verständnis nach dem Bedürfnis ab und zu alleine zu sein, braucht sich auch keiner beiseite geschoben oder ignoriert fühlen.

statt sich Alleinsein zu erlauben, wird ignoriert

Leider erkennen wenige Paare, dass sie auch gelegentlich Abstand voneinander brauchen. Auf Dauer führt das Ignorieren, auch das eigene, dieses Bedürfnisses zu der Entstehung eines Staus, der sich nicht selten in Aggressionen entläd und dann auch andere Bereiche der Beziehung tangiert.

Viele Konflikte entstehen aus einer selbstauferlegten Verpflichtung, sich den Menschen, mit denen man zusammenlebt, immer ganz zu geben. Das kann man als eine Verleugnung der eigenen Persönlichkeit und des Bedürfnisses nach Selbsterneuerung betrachten.
Auch die meist unausgesprochene Forderung, dass der Partner ständig zur Verfügung zu stehen habe, hemmt den Partner an seiner Weiterentwicklung und ist darüber hinaus auch ein Übergriff.

Alleine sein hat nichts miteinander meiden oder sich aus dem Weg zu gehen zu tun!

Alleinsein pflegt die Beziehung

So paradox es klingt: Menschen, die ihr Bedürfnis in einer Partnerschaft nach Alleinsein befriedigen können, verspüren selten den Drang aus dieser Partnerschaft zu fliehen. Wenn jeder Partner das Bedürfnis nach Alleinsein bei sich selbst wahrnimmt und beim anderen akzeptiert, können beide ein Gefühl der Unabhängigkeit entwickeln. Daraus resultiert eine gestärkte Partnerschaft durch die gereifte persönliche Entwicklung.

Dem anderen das Recht auf Alleinsein zuzugestehen ist anfangs komisch und ungewohnt. Die Zeit, in der man dadurch selbst alleine ist, scheint manchmal nicht enden zu wollen. Dennoch ist das eigene Alleinsein wichtig! Wer sich selbst nicht aushalten kann, sollte es dringend lernen. Denn wer es mit sich alleine schafft, schafft es auch mit einem Partner ;-)

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