Warum die Vier Untere Sinne so wichtig sind in der Anthroposophie
Mich beschäftigt seit langem die Beobachtung, wie abgearbeitet und müde viele Menschen wirken.
Dabei fällt mir immer auf, welche Übergeordnete Rolle das pädagogische Gesetz spielt. Seither beschäftigt mich das Thema, wie und was man ganz konkret tun kann, um Kraft und Motivation zu gewinnen und zu erhalten. Dabei entdeckte ich, das R. Steiner (1924) im Heilpädagogischen Kurs immer wieder von den Grundvoraussetzungen und Grundtugenden der Heilpädagogen (für Eltern, Lehrer, Therapeuten) spricht. Er benennt
- Moral
- Verantwortungsgefühl
- Gewissenhaftigkeit
- Und den Inneren Mut
Das sind alles sind auch Tugenden, die sich wie eine Parole aus den Unteren Sinnen ableiten lassen.
Aus dem Heilpädagogischen Kurs (1):
- "Deshalb habe ich einmal ganz klar gesagt: Ja, Moralität muss bei allen diesen Dingen sein. Deshalb setze ich voraus, dass die, welche teilgenommen haben, in voller Moralität"
- 2könnte man heute innerhalb unserer gegenwärtigen Zeit mit einem stärkeren Verantwortungsgefühl rechnen, so könnte man vieles machen. Aber es muss heute, weil in unserer Zeit die Gewissenhaftigkeit nicht stark ausgeprägt ist"
- "dann handelt es sich vor allen Dingen darum, dass Verantwortungsgefühl und Gewissenhaftigkeit gefördert werden müssen."
- "jeder Schritt der getan wird aus der geistigen Welt heraus, der Führt den Menschen dazu, nach links, nach rechts zu blicken und stets einen neuen Entscheid durch den inneren Mut des Leben herbei zu führen.
- Das gewöhnliche Leben zwischen Geburt und Tod, das bewahrt den Menschen vor der Notwendigkeit dieses inneren Mutes. Da kann er fortwährend das tut, was er gewohnt ist, woran er sich gewöhnt hat."
- " bei jeder Tat sich vor die Möglichkeit gestellt fühlen, sie tun zu können oder unterlassen zu können, oder sich völlig neutral verhalten zu können. Und zu dieser Entscheidung gehört eben Mut, innerer Mut.Das ist die allererste Bedingung, wenn man auf solchem Felde etwas tun will.
- Daher wollen wir die diese Dinge als die Einleitung betrachten und wollen sie uns ernstlich überlegen. Es kommt auf die Gemütsvorbereitung an, wenn man an solche Aufgaben herangehen will, wie diejenigen sind, von denen wir heute sprechen."
Tugenden für sich alleine gesehen aber sind hohl. Wir müssen sie individuell füllen mit unserem eigenen Lebens- und Körpergefühl, mit unseren Sinnen, mit unserem Geist und der Seelenkraft, die eine Idee trägt.
Kraft ist immer vorhanden ist, der Ort ihres Wirkens sich aber verlagern kann und sich gegen den Menschen richten kann, statt ihn zu stärken.
"Man kann aber die Vermutung haben, dass die seelischen Schwierigkeiten daraus entstehen, dass die gebotenen Möglichkeiten nicht verwirklicht werden. Es kann als Gesetz in der Natur und auch im Bewusstseinsleben angesehen werden, dass ungebrauchte Fähigkeiten oder positive Möglichkeiten sich in Schäden, Erkrankungen, in negative Erscheinungen verwandeln."
Georg Kühlewind,1983 (2)
Die Vier Unteren Sinne sind:
Lebenssinn
Tastsinn
Bewegungssinn
Gleichgewichtssinn
die mittleren Sinne:
Geruchsinn
Geschmacksinn
Sehsinn
Wärmesinn
die höheren Sinne:
Hörsinn
Wortsinn
Gedankensinn
Ichsinn
Die unteren Sinne beziehen sich mehr auf das Wahrnehmen von uns selbst, unserem inneren. Die vier unteren Sinne werden auch Leibes Sinne genannt, weil sie ihre Eindrücke auf den Körper beziehen. Sie stehen im engen Zusammenhang mit dem Stoffwechsel Gliedmaßen System und dem Willen. Die vier unteren Sinne bilden eine gesunde Basis, an der die anderen Sinne reifen
1 Rudolf Steiner
"Heilpädagogischer Kurs2
2. Vortrag, 33 Absatz, Seite 40/41
Rudolf Steiner Verlag, 1924 Dornach/ Schweiz
2 Georg Kühlewind
"Vom Normalen zum Gesunden"
Wege zur Befreiung des Erkrankten Bewusstseins
Seite 38
Verlag freies Geistesleben, 1983 Stuttgart
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